Deutschland befindet sich im Oldtimer Boom – und das mit steigender Tendenz. Jedes Jahr rollen mehr chromblitzende Klassiker mit historischem H-Kennzeichen auf unsere Straßen, sehr zur Freude einer wachsenden Community. Wir werfen einen Blick auf aktuelle Zahlen und Trends rund um Old- und Youngtimer – von beliebten Modellen über regionale Besonderheiten bis hin zu Stimmen aus Verbänden. Eins vorweg: Alte Liebe rostet wirklich nicht, sie wächst nur weiter!
Oldtimer-Bestand wächst kräftig
Die Statistik spricht eine klare Sprache: Der Oldtimer-Bestand in Deutschland legt seit Jahren ordentlich zu. Zum Stichtag 1. Januar 2023 waren 793.589 Fahrzeuge mit Oldtimer-Status (mit und ohne H-Kennzeichen) registriert – ein Plus von rund 8,4 % bzw. knapp 61.800 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr. Ein Jahr später, Anfang 2024, kletterte diese Zahl bereits auf 846.562 Oldies (+6,7 % in nur zwölf Monaten). Mittlerweile, im Jahr 2025, nähert sich die Zahl der historischen Fahrzeuge der Marke von 900.000 – laut Kraftfahrt-Bundesamt knapp 890.000 Oldtimer sind es aktuell.
Gemessen am Gesamtfahrzeugbestand sind das zwar „nur“ etwa 1,2 % aller Fahrzeuge, aber die Tendenz zeigt steil nach oben. Anders gesagt: statistisch kommt inzwischen auf rund 80 zugelassene Fahrzeuge ein offiziell anerkanntes Klassiker-Schätzchen. Die Community der Oldtimer-Enthusiasten wächst und wächst – und mit ihr die Zahl rollender Automobil-Schätze auf unseren Straßen. Die Begeisterung ist ungebrochen, und das längst nicht nur bei eingefleischten Sammlern.
Beliebte Klassiker: Mercedes vorn, Käfer dichtauf
Der Mercedes-Benz W123 gehört zu den beliebtesten Oldtimern Deutschlands. Robust, zuverlässig und nun ein gefragter Youngtimer-Klassiker (hier ein 240 D von 1975–1985). Mit rund 49.000 zugelassenen Exemplaren führen die Mercedes-Modelle W123/W124 die Oldtimer-Charts an.

Welche Autos lassen die Herzen der Oldie-Fans besonders höherschlagen? Ein Blick in die Rangliste der H-Kennzeichen-Fahrzeuge zeigt klare Favoriten – deutsche Marken dominieren, allen voran Mercedes-Benz und Volkswagen. Zusammen stellen diese beiden Traditionshersteller über 40 % aller historischen Fahrzeuge ab 30 Jahren. Aber auch Porsche, BMW und Opel sind mit vielen Klassikern vertreten. Hier die Hitliste der beliebtesten Modelle, die als Oldtimer zugelassen sind:
Mercedes-Benz W123/W124 – ca. 49.000 Fahrzeuge
VW Käfer – ca. 44.000 Fahrzeuge
VW Bus (T1–T3) – ca. 33.000 Fahrzeuge
Mercedes SL – ca. 29.000 Fahrzeuge
Porsche 911 – ca. 22.000 Fahrzeuge
Dicht darauf folgen weitere Klassiker wie Mercedes S-Klasse der 70/80er, VW Golf I/II, BMW 3er (E30) oder Mercedes 190er (W201). Insgesamt tummeln sich rund 56.000 verschiedene Fahrzeugtypen in der Oldtimer-Flotte. Mercedes bleibt Spitzenreiter mit knapp 159.000 Oldies, gefolgt von VW mit über 125.000 Klassikern.
Interessant: Oldtimer sind keineswegs nur Luxusspielzeuge. Rund 40 % aller historischen Pkw haben einen Marktwert unter 10.000 €. Trotz einzelner Millionärsfahrzeuge bleibt die Szene bodenständig.

Youngtimer: Die nächste Generation steht bereit
Immer mehr Youngtimer aus den späten 80ern und 90ern erreichen die 30-Jahre-Marke. 2023 wurden rund 100 Modelle neu oldtimerfähig – darunter Renault Twingo, Fiat Punto I oder VW Golf III Cabrio.
Rund 800.000 Youngtimer (25–29 Jahre) stehen aktuell bereit, in den kommenden Jahren zu Oldtimern zu werden.
Trotz mancher Befürchtungen bleibt eine Youngtimer-Schwemme aus. Viele der früher millionenfach gebauten Alltagsautos schaffen es nicht bis zum H-Kennzeichen – nur gepflegte oder begehrte Modelle überleben langfristig.
Oldtimer Boom von Bayern bis Bottrop
NRW liegt beim Oldtimer-Bestand vorne, gefolgt von Bayern und Baden-Württemberg.
Besonders hohe Anteile finden sich u. a.:
Landkreis Starnberg
Rhein-Kreis Neuss
Bottrop
Landkreis Hameln-Pyrmont
In einigen Regionen liegt der Oldtimer-Anteil bei rund 4 % – fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt.
Auch Ostdeutschland hat stark aufgeholt: In Thüringen, Brandenburg oder Sachsen hat sich der Bestand in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.
Community und Ausblick: Alles paletti im Chromland
Laut Studien von VDA, ZDK und ADAC sehen 76 % der Deutschen Oldtimer als Kulturgut an.
Über 70 % freuen sich, wenn ihnen ein Oldtimer im Alltag begegnet.
Ökonomisch hat sich die Szene zu einem Milliardenmarkt entwickelt:
3,8 Mrd. € jährlicher Umsatz für Reparatur & Restaurierung
10.000 Arbeitsplätze in spezialisierten Betrieben
1.300–1.600 € jährliche Instandhaltungskosten pro Oldtimer
Auch ökologisch geben Oldtimer wenig Anlass zur Sorge:
0,2 % der gesamten Fahrleistung in Deutschland
Größtenteils nur 1.600 km/Jahr
CO₂-Anteil bleibt bis 2040 unter 1 %
Das H-Kennzeichen bleibt attraktiv: Pauschalsteuer, günstige Versicherungstarife, freie Fahrt in Umweltzonen.
Die Community verjüngt sich: Neben klassischen Clubs wächst eine digitale Szene auf Instagram, YouTube & Co.

Fazit
Deutschland erlebt einen anhaltenden Oldtimer-Boom. Die Fahrzeuge werden mehr, die Community bunter und breiter. Ob Scheunenfund oder restaurierte Schönheit – alte Liebe rostet nicht, sie wächst.
Und das alles sind Mobile und mobil heißt nicht, dass die Schätzchen in der Garage stehe bleiben sollen. Also los, hole deinen Klassiker aus der Garage und nehme an einer unserer Rallyes teil.
